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managerSeminare Verlags GmbH
WINNING
Das ist Management
Medienart: Buch
2005, 400 S., geb.
Jack Welch, einer der erfolgreichsten Manager aller Zeiten, verrät in diesem Buch alles, was Manager benötigen, um erfolgreich zu sein. Er macht damit nun die Essenz seines aus langjähriger Erfahrung gewonnenen Managementwissens allgemein zugänglich. Ausdrücklich wendet er sich nicht nur an Topmanager und Vorstandsmitglieder, sondern an Angehörige aller Ebenen eines Unternehmens. Welchs Erfolgsregeln sind so grundlegend und umfassend, dass sie sowohl bei schwierigen Strategieprozessen als auch beim Umgang mit uneinsichtigen Mitarbeitern oder Chefs helfen.
Preis: 29,90 EUR
Best-Nr.: tb-5820 | Verkaufsrang: 279Themengebiete: Managementgrundlagen
Leseprobe "WINNING"
| Welchs Grundgedanke: Das Business ist ein Spiel und sollte vor allem Spaß machen! In meinen Augen ist Erfolg etwas Phantastisches. Nicht gut, sondern phantastisch. Wirtschaftlicher Erfolg ist großartig, weil Menschen sich entfalten können, wenn Unternehmen florieren. Es entstehen Arbeitsplätze und es gibt mehr Chancen für alle. Die Leute blicken optimistisch in die Zukunft, denn sie verdienen genug Geld, um ihren Kindern ein Studium zu ermöglichen und sich eine bessere Gesundheitsversorgung leisten zu können. Sie kaufen sich Ferienhäuser und sorgen fürs Alter vor. Außerdem bietet ihnen der Erfolg die Möglichkeit, über die bloßen Steuerzahlungen hinaus der Gesellschaft etwas zurückzugeben[...] Egal, in welchem Unternehmensbereich Sie arbeiten, Sie sollten unablässig zum Lernen anregen. Legen Sie eine positive Einstellung an den Tag und hüten Sie sich davor, die Opferrolle zu übernehmen. Und vor allem: Haben Sie um Himmels willen Spaß. Ja, haben Sie Spaß. Das Business ist ein Spiel, und dieses Spiel zu gewinnen ist der absolute Wahnsinn![...] Welch zu Strategien Natürlich können Theorien interessant und Tabellen und Diagramme schön sein. Dicke Stapel von PowerPoint-Folien können das Gefühl vermitteln, man hätte ganze Arbeit geleistet. Aber man sollte das Thema Strategie nicht unnötig verkomplizieren. Je mehr man darüber nachdenkt und sich in Daten und Details verrennt, desto tiefer verstrickt man sich. Und umso weniger weiß man, was man eigentlich tun wollte. Mit Strategie hat das dann nichts mehr zu tun, eher mit Folter. Nicht, dass ich alle Strategie-Gurus abschreiben würde. Einige ihrer Konzepte haben durchaus ihre Vorzüge. Aber ich halte nichts von dem wissenschaftlichen Ansatz, mit dem diese Menschen an das Thema Strategie herangehen. So wird es an vielen Business Schools gelehrt, von unzähligen Beratungsunternehmen verkauft und in viel zu vielen Firmenzentralen betrieben. Dabei ist das so unproduktiv! Wer auf der Siegerseite stehen will, muss – was die Strategie angeht – weniger grübeln und mehr handeln.[...] Als ich bei GE aufhörte, beschäftigte die Firma über 300.000 Mitarbeiter in ungefähr fünfzehn Geschäftsbereichen, von Gasturbinen bis zu Kreditkarten. GE war also ein komplexer, breit aufgestellter Konzern mit einer großen Produktpalette – und trotzdem wollte ich diesen Konzern so agil, ungezwungen und offen wie eine Imbissbude betreiben. Kleine Läden haben meistens die richtige Strategie. Mit ihren begrenzten Ressourcen müssen sie sich darauf konzentrieren, eine einzige Sache richtig gut zu machen. Welch zu schlechten Vorgesetzten Ich kenne niemanden, den die Erinnerung an einen tollen Chef nicht positiv stimmen würde. Aus gutem Grund: Gute Vorgesetzte können Freunde, Lehrer, Berater, Verbündete und Ideengeber in einem sein. Sie können Karrieren auf unerwartete Weise positiv beeinflussen – und manchmal sogar Leben verändern. Ein mieser Chef dagegen kann Ihnen das Leben zur Hölle machen. Schlechte Vorgesetzte können Mitarbeitern und Kollegen Energie, Engagement und Optimismus rauben. Das tägliche Zusammensein mit ihnen kann Zorn, Verletzung, Verbitterung und sogar körperliche Erkrankungen hervorrufen. Die meisten Menschen haben im Lauf ihres etwa vierzig Jahre dauernden Berufslebens eine Hand voll erstklassiger Vorgesetzter, viele recht gute Chefs und ein oder zwei absolute Nieten; Menschen, die so fürchterlich sind, dass man am liebsten alles hinwerfen und kündigen würde. Schlechte Vorgesetzte gibt es in allen Schattierungen: Manche beanspruchen die Leistungen anderer für sich, andere sind inkompetent, manche buckeln nach oben und treten nach unten, wiederum andere schikanieren und drangsalieren ihre Mitarbeiter, sind launisch, geizen mit Lob ebenso wie mit finanzieller Anerkennung, halten ihre Versprechen nicht oder haben Lieblinge unter den Kollegen. Gelegentlich gibt es Chefs, die gleich mehrere dieser Merkmale auf sich vereinen. Aber wie sind diese Menschen überhaupt so weit gekommen, dass man ihnen Personalverantwortung übertragen hat? Nun, manchmal sind sie sehr talentiert. Sie liefern gute Ergebnisse ab oder zeichnen sich durch Kreativität aus. Vielleicht haben sie Verbündete im Unternehmen oder sogar einen Verwandten in hoher Position. In manchen Branchen können sich schlechte Vorgesetzte übrigens besonders gut halten. Künstlern als Projektleiter etwa verzeiht man ihr schlechtes Benehmen gern; sie sind schließlich »Genies«. Auch die Wall Street bietet vielen schlechten Chefs eine Heimat. Den erfolgreichsten Vermögensverwaltern haftet oft die Aura der Unersetzlichkeit an, und das macht manche von ihnen noch unerträglicher. Aber letztlich geht es nicht um spezielle Branchen. Es gibt nun mal Blödmänner auf der Welt, und einige von ihnen werden Vorgesetzte. | ||
Rezension:
Auf den knapp 400 in lockerem Erzählton geschriebenen Seiten erfahren Sie die grundlegenden Haltungen von Herrn Welch zum Thema Management. Mit folgenden fünf Überschriften sind die einzelnen Unterkapitel sortiert und hier mit einer Auswahl aufgelistet: Gelegentlich füge ich kernige Zitate ein.
Grundsätzliches:
Hier geht es um Leitbild, Werte, Offenheit u.a. Ihre Mitarbeiter können Sie bspw. in drei Kategorien unterteilen: 20% - 70% - 10%, absteigend bzgl. der Leistung. Besonders wichtig ist die große Gruppe der mittleren, auf die ein Chef besonders zu achten hat. Hier liegt Nachwuchspotenzial.
Ihr Unternehmen:
Führung, Personalrekrutierung, Personalmanagement werden hier angesprochen. Führungsregeln geben Orientierung: 'Führungskräfte stellen sicher, dass ihre Mitarbeiter die Unternehmensziele nicht nur kennen, sondern verinnerlichen. Führungskräfte fördern die Risiko- und Lernbereitschaft, indem sie mit gutem Beispiel vorangehen. Führungskräfte verstehen Erfolge gebührend zu feiern...'
Zum Thema Einstellung: 'Stelle niemanden ein, für den die zu besetzende Position das Ende der Fahnenstange ist – es sei denn, es geht um Toppositionen.'
Ihre Konkurrenz:
Strategie, Fusionen, Six Sigma gehören zu all dem, was Manager in der Außenwelt im Auge zu behalten haben. Einige Fragen zur Strategie: 'Wie sieht das Spielfeld gerade aus? Wer sind Ihre großen und kleinen Konkurrenten? Worin liegen deren Stärken und Schwächen? Wer sind Ihre Hauptkunden?...'
Ihre Karriere:
Der richtige Job (und woher weiß ich, welcher es ist), Beförderungen, die Balance zwischen Beruf und Privatleben werden engagiert und mit Leidenschaft vermittelt. Woran erkenne ich nun, dass ich den richtigen Job habe? Mit einer Matrix kann man diesen vom falschen unterscheiden. Achten sollte man dabei bspw. auf Folgendes: 'Werden Sie hellhörig, wenn Sie das Gefühl haben, sich bei Ihrer Arbeit verstellen zu müssen, - wenn Sie als Experte eingestellt werden und bei Arbeitsantritt wahrscheinlich die kompetenteste Person im Raum sind, - wenn die Branche schon ihre beste Zeit hinter sich hat...'
Nette Tipps für den Umgang mit dem schwierigen Chef stellen erleichternd klar, dass wohl auch Herr Welch nicht nur ein erfolgsgetriebenes und von herausragenden Führungskräften geleitetes Leben im Märchenland des Managements hinter sich hat – oder zumindest vom Hören-Sagen die real existierenden Abgründe in Führungsetagen und Abteilungen kennt. 'Egal wie falsch sich Ihr Vorgesetzter verhält, sie dürfen nie die Opferrolle einnehmen. Kinder wissen, warum sie Tyrannen unter ihnen nicht verpetzen. Leider gilt dasselbe Prinzip auch im Büro...'
Beim Trendthema 'Work-Life-Balance' stellt er ernüchternde Thesen in den Raum: 'Mitarbeiter, die offensichtlich Probleme mit der Balance zwischen Beruf und Privatleben haben und ständig Hilfe von ihrem Arbeitsgeber erwarten, werden als ambivalent, nicht belastbar, nicht ausreichend engagiert oder inkompetent abgestempelt; möglicherweise wird ihnen auch jedes dieser Merkmale zugeschrieben.'
Was noch zu sagen bleibt:
Ein Blick ins Privatleben des Meisters. Hier beantwortet er u.a. Fragen zur Europäischen Union, zu seinem Nachfolger Jeff Immelt und ob er glaubt, in den Himmel zu kommen. Seine Antworten darauf erspare ich Ihnen hier.
Bewertung:
Dieses Buch wird kaum als wesentlicher Meilenstein in die Managementliteratur eingehen. Dazu bleibt es zu allgemein und streckenweise – für den Geschmack der Rezensentin – oberflächlich. Auch der Buchtitel wirkt – klischeehaft amerikanisch – etwas abgehoben und verspricht mehr, als er hält. Ein wenig mehr wird man wohl wissen und können müssen, um nur annähernd ähnliche Erfolge verbuchen zu können. Auch steht die aktuelle deutsche Wirklichkeit hier mit deutlicher Dissonanz zu der amerikanischen, was der Rezensentin eine durchgängig positive Bewertung erschwert.
Frau Welch als Mitautorin bleibt unbemerkt. Welche Rolle sie spielt, geht leider nicht schlüssig aus dem Gesamtkonzept hervor. Demgegenüber ist jedoch zu stellen, dass hier ein Mann echte Lebenserfahrung niederschreibt, die ihn offensichtlich zu einem der bestbezahlten und erfolgreichsten Topmanager unserer Zeit machte. Bis heute scheint er die Grundsätze gelebt zu haben, die er anpreist: gesunder Menschenverstand, Klarheit und Integrität. Daher ist es als Urlaubslektüre empfehlenswert oder für diejenigen, die sich am Wochenende entspannt mit beruflich Interessantem beschäftigen mögen. Ein paar Ideen werden sicherlich für den eigenen Arbeitsalltag hängen bleiben und inspirierend wirken.
Fazit: www.mwonline.de bewertet diesen Titel als empfehlenswert (zwei von drei möglichen Sternen)
Dagmar Wiegelwww.beratungimkontext.de (Leser-Rezension)
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